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		<title>Auftakt</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 15:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeichenzeigen sammelt die Zeichen, denen wir jeden Tag begegnen, denen wir ganz selbstverständlich folgen, die wir an allen öffentlichen Orten finden und die wir schon gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, weil sie seit jeher da zu sein schienen. Wir benutzen diese Zeichen ganz selbstverständlich und ohne sie zu hinterfragen, denn sie sollen uns doch nur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=631&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zeichenzeigen sammelt die Zeichen, denen wir jeden Tag begegnen, denen wir ganz selbstverständlich folgen, die wir an allen öffentlichen Orten finden und die wir schon gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, weil sie seit jeher da zu sein schienen. Wir benutzen diese Zeichen ganz selbstverständlich und ohne sie zu hinterfragen, denn sie sollen uns doch nur schnelle Orientierung geben und durch eine labyrinthische Welt führen.</strong></p>
<p><img title="luxemburg hbf" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/10/luxemburg-hbf1.jpg?w=700&#038;h=500" alt="luxemburg hbf" width="700" height="500" /><em>(Luxemburg, Hauptbahnhof)</em></p>
<p><strong>Oft genug  machen sie allerdings selbst die Welt zu einem Irrgarten. Missverständlichkeiten, bildgrammatikalische Ungereimtheiten, Informationsübereifer und gestalterische Eitelkeiten sorgen für Irritationen, die mehr Fragen aufwerfen, als dass sie Antworten gäben. Ein Dilemma, was deutlich zeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten von Bildsprache letztendlich sind.</strong></p>
<p><strong>Piktogramme sind Bilder. Wir nehmen sie zwar nicht als solche wahr und betrachten sie wie Buchstaben, wie Schriftzeichen, da sie scheinbar ohne mitschwingende Bedeutung daher kommen. Wir hinterfragen ihre Erscheinungen nicht nach Sinn und Unsinn ihrer Darstellungen, nach Anschauungen, die ihnen ablesbar sind oder nach kommunikativen Fehlern, die sie mit sich tragen.</strong> <strong>Doch gerade die Betrachtung von hintergründigen Bedeutungen, jenen Konnotationen und Evokationen, die jedes Bild, auch ein Piktogramm reden lassen, ist durchaus viel(ver)sprechend.</strong></p>
<p><img title="wien2" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/10/wien22.jpg?w=700&#038;h=500" alt="wien2" width="700" height="500" /><em>(Wien, Opernplatz)</em></p>
<p><strong>Zeichenzeigen sammelt die Piktogramme, die uns selbst darstellen, vor allem das Toilettenzeichen, das Frau- und Manndarstellungen als Symbol nutzt.<br />
</strong></p>
<p><img title="braunschweig1" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/10/braunschweig11.jpg?w=700&#038;h=500" alt="braunschweig1" width="700" height="500" /><em>(Braunschweig, Ahrplatz)</em></p>
<p><strong>Alle Bildzeichen sagen mehr aus, als sie eigentlich abbilden. Sie sind Ausdruck der Gesellschaft, in der sie entstanden sind und für die sie gemacht wurden. Sie sind verräterisch, denn individuelle und gesellschaftliche Wertvorstellungen scheinen durch sie hindurch. Gerade die Frau-Mannzeichen offenbaren all zu oft mitschwingende gesellschaftliche Konventionen.</strong></p>
<p><strong>Gerade die Darstellung von Frau und Mann entlarvt tief in uns verankerte und längst nicht überwundene Haltungen, Bräuche, Konventionen und Vorstellungen von geschlechtsspezifischen Attributen und Attitüden. Die Erwartung an die bildliche Erscheinung von Frau unterscheidet sich bis heute deutlich von der, wie ein Mann daherkommt.</strong></p>
<p><strong>Ute Helmbold, Oktober 2009</strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/631/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/631/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=631&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kreis und Dreieck, Doppelnull und Herz</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 11:42:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines der ältesten symbolischen Zeichen für die Toilette ist, neben dem Herz, die abstrakte Doppelnull. Ein Manko weisen beide Zeichen auf- sie lassen, wie auch die reine Darstellung eines Toilettenbeckens, keine Geschlechterunterscheidung zu. Laut Duden lässt sich die Doppelnull wohl auf die stilisierte Wiedergabe des Toilettenbeckens zurückführen, jedoch wird ebenfalls vermutet, dass sich die 00 [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=590&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/kd.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-591" title="k+d" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/kd.jpg?w=700&#038;h=204" alt="" width="700" height="204" /></a>Eines der ältesten symbolischen Zeichen für die Toilette<span id="more-590"></span> ist, neben dem Herz, die abstrakte Doppelnull. Ein Manko weisen beide Zeichen auf- sie lassen, wie auch die reine Darstellung eines Toilettenbeckens, keine Geschlechterunterscheidung zu.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/herz.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-592" title="herz" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/herz.jpg?w=700&#038;h=254" alt="" width="700" height="254" /></a></p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/herzen3.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-605" title="herzen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/herzen3.jpg?w=700&#038;h=506" alt="" width="700" height="506" /></a></p>
<p>Laut Duden lässt sich die Doppelnull wohl auf die stilisierte Wiedergabe des Toilettenbeckens zurückführen, jedoch wird ebenfalls vermutet, dass sich die 00 aus der Raumnummerierung, wie sie beispielsweise in Verwaltungsgebäuden zu finden ist, ergeben hat. Die Toiletten fielen aus der Nummerierung heraus und wurden entsprechend (nicht) gekennzeichnet.</p>
<p>Der Ursprung der symbolischen Belegung von Frau- und Manndarstellungen als Zeichen für die Toilette lässt sich nicht exakt verfolgen. Nach dem Wahrnehmungspsychologen Heiner Ercke ist es denkbar, dass es zeitgleich mehrere Anfänge gab.</p>
<p>Yioko Ota hingegen nennt das Zeichensystem Masaru Katzumis und Yoshiro Yamashitas für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio als Ursprung für die Nutzung des Symbols. Allerdings bezogen sich  Katzumi und Yamashita auf die 1964 formulierten Symbolvorschläge des Planes zur internationalen Vereinheitlichung von Bildsymbolen und -zeichen der vereinten Nationen. Darunter auch schon das Frau- Mannzeichen.</p>
<p>Tatsächlich kombinierten schon einige Zeichensysteme der 70er Jahre die Frau-/Manndarstellung mit einem stilisierten Toilettenbecken, um auf die Örtlichkeit hinzuweisen. Bei ISO Testserien in den Jahren 1979/1980 zur Verständlichkeit von Toilettenzeichen konnten die kombinierten Zeichen mit Abstand am besten erkannt werden. Dennoch konnten sie sich nicht durchsetzen, da sie der Öffentlichkeit zu konkret waren.</p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/becken.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-594" title="becken" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/becken.jpg?w=700&#038;h=254" alt="" width="700" height="254" /></a></p>
<p>Eine Besonderheit unter den symbolischen Zeichen für die Toiletten stellen sicherlich Dreieck und Kreis dar. Jeder, der jemals in östlichen Ländern nach der Toilette gesucht hat wird fragend vor den Türen gestanden haben, solange er nicht gelernt hat, dass der Kreis Frauentoilette meint und das Dreieck für die Herrentoilette steht, wobei es keine Einigung zu geben scheint, ob das Dreieck auf der Seite oder auf der Spitze liegend dargestellt wird. Die Erfahrung scheint allerdings vielerorts gelehrt zu haben, dass diese Zeichen besser mit konventionellen Zusätzen verstanden werden können. Die Beschriftung mit D oder H, oder die zusätzliche Anbringung eines Frau-, bzw. Mannzeichens sollen daher den Weg durch die richtige Tür vereinfachen.</p>
<p>Gewiss kann der Kreis (oder Punkt) intuitiv mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht werden, mit Uterus und Brust, das auf der Spitze liegende Dreieck mit den breiten Schultern eines Mannes. Jedoch lässt sich keine logische Herleitung für ein auf der Seite liegendes Dreieck denken. Zumal ein Dreieck, was auf einer seiner Seiten liegt, in der konventionellen Zeichenbedeutung für ACHTUNG oder VORSICHT steht.</p>
<p>Da ist die Erzählung einleuchtender, nach der Anfang des 20.Jahrhunderts ein pfiffiger Wollfabrikant in Polen das Monopol für die Werbung auf Toilettentüren erwarb. Sein Firmenlogo bestand aus einem Kreis in einem Dreieck. Beide wurden später voneinander getrennt und den Geschlechtern zugeordnet.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/drei1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-595" title="drei1" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/drei1.jpg?w=700&#038;h=254" alt="" width="700" height="254" /></a><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/drei22.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-607" title="drei2" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/03/drei22.jpg?w=700&#038;h=254" alt="" width="700" height="254" /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/590/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=590&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Abstraktion und Konvention</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 16:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtung]]></category>

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		<description><![CDATA[Unabhängig von ihrer Entstehungszeit und dem Grad der grafischen Vereinfachung zeigen bemerkenswert viele Bildzeichen ihre Frauen und Männer nach wie vor in einer Gestik und Körperhaltung, die dem klischeehaften Idealbild der Geschlechter hinsichtlich Souveränität, Stärke, Macht, Anmut, Anstand und Sitte etc. entspricht. Die Frau-Mannzeichen, ansonsten zu zeichenhafter Tatenlosigkeit erstarrt, zeigen sich nichtsdestotrotz als posenhaft herumstehende [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=566&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/konventionen1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-652" title="konventionen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/konventionen1.jpg?w=700&#038;h=204" alt="" width="700" height="204" /></a></p>
<p style="clear:both;">Unabhängig von ihrer Entstehungszeit und dem Grad der grafischen Vereinfachung zeigen bemerkenswert viele Bildzeichen ihre Frauen und Männer nach wie vor in einer Gestik und Körperhaltung, die dem klischeehaften Idealbild der Geschlechter hinsichtlich Souveränität, Stärke, Macht, Anmut, Anstand und Sitte etc. entspricht. Die Frau-Mannzeichen, ansonsten zu zeichenhafter Tatenlosigkeit erstarrt, zeigen sich nichtsdestotrotz als posenhaft herumstehende Darsteller ihrer Symbolik als Toilettenzeichen.<span id="more-566"></span> Sie spiegeln mitschwingende gesellschaftliche Konvention und entlarven tief verankerte und offenbar noch längst nicht überwundene gesellschaftliche Vorstellungen von geschlechtsspezifischen Attributen und Attitüden.</p>
<p>Allenthalben scheint die Geschlechterunterscheidung an Hand von Bekleidung nicht ausreichend charakteristisch zu sein. Nach weiteren „typischen“ Betonungen für die Geschlechterunterscheidung wird gesucht. Und tatsächlich hilft eine Vielzahl von vermeintlich geschlechtspezifischen Attributen, die sich als ausreichend plakativ erweisen, um den Zeichen weitere Frau- bzw. Manncharakteristika zu geben. Ganz besonders fallen da Gestik und Körperhaltung in den Blick.</p>
<p>Aus ihren feministischen Ansprüchen der 70er Jahre heraus fotodokumentierte Marianne Wex die geschlechtsbedingte Körpersprache. Die sozialisierte Körperhaltung und -bewegung ist demnach gekennzeichnet von einer raumgreifenden, großen Bewegungsfreiraum einfordernden Haltung der Männer, während Frauen sich schmal darstellen, verniedlichend und verharmlosend. Wex untersuchte den historischen Aspekt dieser Selbstdarstellungsformen, vermutend, dass Körpersprache einem Wandel unterliegen müsse. Sie analysierte Malerei und Skulptur und stellt fest, dass bis zur Renaissance keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Darstellung von männlicher oder weiblicher Körperhaltung zu erkennen sein.<br />
Ich zitiere: &#8220; Erst seit Beginn der Renaissance setzte der Umbruch ein. Doch noch bis in das letzte Jahrhundert hinein, scheinen Haltungen, die heute als schwul oder weiblich tabuisiert sind, selbstverständlich gewesen zu sein. Die Festlegung der Frauen auf enge Arm- und Beinhaltungen begann jedoch schon früher, obwohl es in einigen Gebieten Europas mindestens noch bis in das 17.Jahrhundert hinein offensichtlich selbstverständlich war, dass auch Frauen in breiteren Beinhaltungen saßen.“<br />
Wex vermutet Zusammenhänge zwischen der Festigung der patriarchalischen Machtstrukturen der letzten 2500 Jahre und der entsprechenden Ausprägung männlicher und weiblicher Körpersprache. Sie schreibt: &#8222;Im Ganzen scheinen Körperhaltungen von Frauen davon abhängig zu sein, ob Männer anwesend sind oder nicht. Wenn Frauen unter sich sind, machen ihre Haltungen einen viel entspannteren Eindruck. &#8230;..Bei Männern sieht es so aus, als wären für sie die typischen Imponierposen von Mann zu Mann genauso wichtig wie von Mann zu Frau.“</p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/posen1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-568" title="posen1" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/posen1.jpg?w=700&#038;h=322" alt="" width="700" height="322" /></a><em> </em></p>
<p style="clear:both;"><em>Erstaunlicher Weise konnte Wex in ihrer fotografischen Untersuchung keine Unterschiede zwischen bewussten Posen (etwa bei Bildern aus den Medien, Zeitschriften und TV) und unbewusst eingenommenen Haltungen feststellen. (1)</em></p>
<p><em><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/posen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-569" title="posen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/posen.jpg?w=700&#038;h=963" alt="" width="700" height="963" /></a></em></p>
<p style="clear:both;"><em>Anzeigenmotiv des Modelable S.Oliver</em><br />
John Berger beschreibt das Phänomen der Körpersprache ähnlich. Er behauptet, dass die konventionelle Erwartung an die bildliche Erscheinung einer Frau sich bis heute sehr deutlich von dem unterscheidet, wie ein Mann daherkommt.<br />
Ein Mann handelt aktiv, sein eindrucksvolles Auftreten ist, ich zitiere John Berger: „&#8230; abhängig von der Verheißung der Kraft und der Macht, die er verkörpert.“<br />
Im Gegensatz dazu ist das Auftreten und damit die Erscheinung einer Frau von Selbstbeobachtung und Zurschaustellung geprägt: „Sie muss alles prüfen, was sie ist, und alles, was sie tut, &#8230;ihr eigenes Selbstgefühl wurde durch das Gefühl verdrängt, etwas in der Einschätzung anderer zu sein&#8230;Männer sehen Frauen an, Frauen beobachten sich selbst als diejenigen, die angesehen werden&#8230; und somit verwandelt sie sich selbst in ein Objekt, ganz besonders in ein Objekt zum Anschauen, zu einem »Anblick «“.</p>
<p>Berger folgert, dass die Darstellung von Frau stets so ausfällt, dass der (männliche) Betrachter glauben muss, die Frau wisse, dass sie angesehen wird und die alltägliche Bilderwelt beweist, dass sich Frau nach wie vor bereitwillig und den Konventionen genügend als visuelles Objekt zur Verfügung stellt.</p>
<p>Was hier für Bilder grundsätzlich gilt, findet sich dann eben auch in der zeichenhaften Darstellung von Menschen wieder. Denn diese konventionellen Sehgewohnheiten werden bei der Gestaltung von Piktogrammen bedient. Nach wie vor zeugen Mannabbildungen von der tradierten Vorstellung von männlicher Eloquenz, während Frauabbildungen auf die Klischeedarstellung eines Betrachtungsgegenstandes reduziert werden.</p>
<p>Im Folgenden möchte ich alle Besonderheiten der Darstellung<br />
von Männer- und Frauzeichen im Detail beschreiben.</p>
<p><strong>Gesten und Posen</strong></p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerposen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-570" title="männerposen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerposen.jpg?w=700&#038;h=165" alt="" width="700" height="165" /></a><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenposen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-571" title="frauenposen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenposen.jpg?w=700&#038;h=165" alt="" width="700" height="165" /></a></p>
<p style="clear:both;"><em>Die Frauendarstellungen wirken modellhaft und posierend grazil, mal schüchtern, mal kokett. Die Männer treten gelassen, ja nonchalant auf. Die Figuren scheinen sich ihrer Geschlechtlichkeit bewusst zu sein und setzen sich eitel in Szene. Stand- und Spielbein stabilisieren die Körperhaltung, wobei das Körpergewicht je nach Geschlecht unterschiedlich verlagert wird: Die Manndarstellungen wirken aktiv auf den Betrachter zuschreitend, während die Fraudarstellungen, zuweilen die Beine gekreuzt, den Körper auf der Hüftachse nach hinten verlagert, lediglich das Becken vorschieben. </em></p>
<p><em><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerbeine.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-572" title="männerbeine" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerbeine.jpg?w=700&#038;h=818" alt="" width="700" height="818" /></a><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenbeine.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-573" title="frauenbeine" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenbeine.jpg?w=700&#038;h=988" alt="" width="700" height="988" /></a></em></p>
<p style="clear:both;"><em>Während Frauen mit eng geschlossenen Beinen dargestellt werden, stehen Männer ausladend, raumgreifend und breitbeinig da. Die Darstellungen verweisen also auf die sozialen Erwartungen außerhalb der Zeichenebene. Manche Fraudarstellung wirkt formalgrafisch instabil und scheint balancelos zu kippen. Die stets geschlossenen Beine der Frauendarstellungen lassen sich durchaus als Ausdruck der Vorstellung keuscher Zurückhaltung und sozialer Unselbstständigkeit interpretieren.</em></p>
<p><em>Der Mann dagegen bietet Halt. Er erscheint außerordentlich stabil und kräftig: Die Darstellungen wirken martialisch und selbstbewusst. Der maskulinen Wirkung wird noch nachhaltiger Ausdruck verliehen, indem die Beine, weit auseinander gestellt,  den Körperumfang vergrößern. Ohne weiteres kann die eitle Körperhaltung als Imponiergehabe angesehen werden</em>.</p>
<p><strong>Der Körperbau</strong><br />
Die kurze zeichenhafte Beschreibung eines vermeintlich geschlechtstypischen Körperbaus gerät, vergleichbar der Körpersprache zur Pose, unweigerlich zur Karikatur.<br />
Ein geschlechtsspezifisches Merkmal soll z.B. die schmale weibliche Taille in Verbindung mit einer entsprechend breiten Hüfte darstellen. Die direkte Darstellung der primären Unterscheidungsmerkmale wird so zwar vermieden, doch wird mit Schlüsselreizen gearbeitet, die, so der Kunstpsychologe Martin Schuster (2), über das Unterbewusstsein unser Verhalten steuern und uns instinktiv als ästhetisch und schön ansprechen. (Taille- Becken Proportionen sind letztlich Signale für die Breite des Geburtskanals). Der Klischeecharakter einer solchen Fraudarstellung lässt sich dabei jedoch nicht allein an der grundsätzlichen Visualisierung der weiblichen Taille festmachen, sondern vielmehr an deren völlig übertriebenen Formulierung.<br />
Erstaunlicher Weise können jedoch, so Schuster, Schlüsselreize als pure Übertreibung auftreten, ohne den Betrachter tatsächlich in ihrer groben Verzerrung und Unrichtigkeit zu irritieren. Extreme Wespentaillen scheinen also durchschnittliche Attribute eines weiblichen Körpers zu sein.</p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauentaillen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-585" title="frauentaillen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauentaillen.jpg?w=700&#038;h=561" alt="" width="700" height="561" /></a></p>
<p>Bemerkenswert ist, dass, als maskulines Gegenstück zur weiblichen Taille,<br />
die männlich breite Schulter unter den Manndarstellungen kaum zu finden ist.<br />
<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerschultern.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-586" title="männerschultern" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerschultern.jpg?w=700&#038;h=155" alt="" width="700" height="155" /></a></p>
<p>In der Gesamtbetrachtung aller Zeichen ist, dass sich nur wenige Zeichenbeispiele finden, die den Größenunterschied zwischen Mann und Frau nachvollziehen. Da Männer im Allgemeinen größer als Frauen sind, könnten die Frau-Mannschemata auch mit der Darstellung eben dieses Größenunterschiedes arbeiten.<br />
Als Erklärung steht zu vermuten, dass wohl kaum ein Gendergedanke verfolgt wird, vielmehr schlicht der syntaktische Gedanke einer rasterbestimmten Piktogrammgestaltung, die entsprechend formale gestalterische Bedingungen stellt und also ein Gleichmaß der Längen verlangt.</p>
<p><strong>Die Kleidung</strong></p>
<p>Einige wenige Manndarstellungen haben eine beschriebene Kleidung. Die Darstellungen lassen jedoch nur einfachste grafische Andeutungen von Hose, Hemd oder Jacke erkennen.</p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerhosen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-587" title="männerhosen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerhosen.jpg?w=700&#038;h=155" alt="" width="700" height="155" /></a><br />
Bei den Fraudarstellungen scheint die Bekleidung jedoch einen enormen gestalterischen Fundus zu bieten, um unterschiedlichste Darstellungen neu zu erfinden. Anders als die reduzierte Ausgestaltung der männlichen Bekleidung zeigt sich die Darstellung der weiblichen Bekleidung enorm vielfältig.</p>
<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenkleider.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-588" title="frauenkleider" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenkleider.jpg?w=700&#038;h=281" alt="" width="700" height="281" /></a></p>
<p><em>(Ich habe hier versucht, die Moden nach ihrer Zeit in Reihenfolge zu katalogisieren. Selbstverständlich lassen sich den konkreten Fraudarstellungen entsprechend konkrete Manndarstellungen zuordnen. Doch zeigt sich immer wieder, dass die Frauzeichen deutlich variationsreicher in Andeutung bestimmter Bekleidung gestaltet werden.)</em></p>
<p>Als einfachste geometrische Form vertritt zunächst das Dreieck den Rock,<br />
es erweist sich nachgerade als Inbegriff der idealweiblichen Körperform, der so typisch übertriebenen Taille.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/dreieckrocke.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-644" title="dreieckröcke" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/dreieckrocke.jpg?w=700&#038;h=165" alt="" width="700" height="165" /></a><br />
Lassen sich an den Zeichen der 50er und 60er Jahre noch eindeutige Bezüge zur jeweiligen Mode ablesen, so versachlicht sich mit der systematischen Auffassung von Piktogrammgestaltung konkrete Modedarstellung zu einer abstrahierten Visualisierung von Textilien. Diese Abstraktion verschafft den Zeichen eine möglichst zeitlose Ausstrahlung. Sie entrinnen ihrer Zeitgebundenheit dennoch nicht ganz: Ihre Darstellung selbst lässt deutlich die jeweils zeitgeistige Auffassung von Formsprache und Darstellungsweise erkennen.<br />
Von jeder Bekleidungsmode und jeder modischen Gestaltungsauffassung unabhängig treten die Rocklängen auf. Sie scheinen vorrangig den Geschmackspräferenzen der Gestalter zu entsprechen und reichen von bodenlang bis Babydollgröße kurz.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/rocklange.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-645" title="rocklänge" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/rocklange.jpg?w=700&#038;h=165" alt="" width="700" height="165" /></a></p>
<p><strong>Die Acsessoires</strong></p>
<p>Gerade bei Frauendarstellungen fällt die Vielzahl der Frisuren ins Auge. Jenseits der reduzierten Darstellung des Kopfes als Punkt oder Kreis geben Frisuren eine markante Kontur und sorgen trotz aller grundsätzlich reduzierten Formfindung für Besonderheiten des Bildzeichens. Frauentypische Frisuren wie Haarknoten oder Zopf lassen sich ausschließlich in der Profilhaltung des Kopfes darstellen. Der größere Anteil der Fraudarstellungen trägt jedoch einen schulterlangen Pagenschnitt à la Doris Day. Die Symmetrie der Zeichenform bleibt somit ungebrochen.<br />
In seiner Geschlechtszuordnung über jeden Zweifel erhaben ist das Bildzeichen, das mit mädchenhaften Zöpfchen Weiblichkeit ausdrückt.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenfrisuren1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-648" title="frauenfrisuren" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/frauenfrisuren1.jpg?w=700&#038;h=606" alt="" width="700" height="606" /></a></p>
<p>Im Unterschied zu den weiblichen Darstellungen zeigen sich Männerköpfe häufig im Profil, denn nur aus diesem Blickwinkel lässt sich ein maskuliner Kurzhaarschnitt hervorzuheben. Zwar bricht die Profildarstellung die Symmetrie des Zeichens, aber Stirntolle oder Koteletten geben den Schattenrissen eben eine so augenfällige Silhouette, dass sie auch wirklich als männlich erkannt werden kann.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerfrisuren.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-647" title="männerfrisuren" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/mannerfrisuren.jpg?w=700&#038;h=281" alt="" width="700" height="281" /></a></p>
<p>Mann trägt Hut, Stock, Schirm und Tasche – nun, Frau auch.<br />
Die Dekoration mit zierenden Extras dieser Art findet sich zwar nur vereinzelt, jedoch bereichert sie das Repertoire der darstellerischen Möglichkeiten, um den Figuren als nahezu realistische Darstellung Nähe zu möglichen realen Vorbildern zu verschaffen und ihnen Individualität einzuhauchen. <a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/hute1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-649" title="hüte" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/hute1.jpg?w=700&#038;h=443" alt="" width="700" height="443" /></a><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/acsessoir.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-650" title="acsessoir" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/acsessoir.jpg?w=700&#038;h=367" alt="" width="700" height="367" /></a></p>
<p>Gerade Hüte geben den Schattenrissen eine charakterisierende Anmutung und unterstützen die Unterscheidung der Geschlechter. Die Darstellung der Accessoires erweitert die Menschform über deren Figürlichkeit hinaus, ohne als Binnenzeichnung die flächige Ausprägung zu zerstören. Die Assessoires lassen sich additiv ausgestalten, quasi Zeichen +. Manch ein Zeichen erscheint wie ein Scherenschnitt, der von einem realen, lebendigen Vorbild inspiriert zu sein scheint.</p>
<p>Eine letzte geschlechtsbeschreibende Auszeichnung scheint das Rauchen zu sein: Da ausschließlich rauchende Männerfigurinen auszumachen sind, muss man wohl davon ausgehen, dass das Rauchen den Männern vorbehalten ist bzw. als maskulines Attribut anzusehen ist. <a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/rauchen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-642" title="rauchen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/rauchen.jpg?w=700&#038;h=126" alt="" width="700" height="126" /></a></p>
<h6>1 Barbara Wex , Weibliche&#8220; und &#8222;männliche&#8220; Körperspreche als Folge patriachalischer Machtverhältnisse, 2. Auflage 1980, Barbara Wex Verlag Frankfurt.</h6>
<h6>2 Martin Schuster, <strong>Wodurch Bilder wirken</strong>, 3. Auflage, Köln 1997</h6>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/566/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=566&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Brüssel, Dezember 2009</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 09:42:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildarchiv]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Brüssel ist europäische Hauptstadt, Hauptstadt der Pralinen, Spitzen, Comic, Fritten und des Mannequin Piss. Aber Brüssel scheint auch die Hauptstadt der (Falsch-)Parker zu sein. Auto mit Abgas verboten! Und doch warnen an nahezu jeder Haustür Schilder, dass abgestellte Autos schnell abgeschleppte Autos sind. Ein Konflikt, der der Mobilität der Brüsseler jedoch kein Hinderungsgrund zu sein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=550&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/brussel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-551" title="brüssel" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/brussel.jpg?w=700&#038;h=204" alt="" width="700" height="204" /></a><strong>Brüssel ist europäische Hauptstadt, Hauptstadt der Pralinen, Spitzen, Comic, Fritten und des Mannequin Piss. Aber Brüssel scheint auch die Hauptstadt der (Falsch-)Parker zu sein. Auto mit Abgas verboten! Und doch warnen an nahezu jeder Haustür Schilder, dass abgestellte Autos schnell abgeschleppte Autos sind. Ein Konflikt, der der Mobilität der Brüsseler jedoch kein Hinderungsgrund zu sein scheint.</strong><span id="more-550"></span><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/brussel-autos.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-553" title="brüssel autos" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/brussel-autos.jpg?w=700&#038;h=2747" alt="" width="700" height="2747" /></a></p>
<p>Die Darstellung des Archetypus Auto ist ganz offensichtlich von der  Formsprachen nationaler Autohersteller inspiriert. In Brüssel nehmen die Bildzeichen, Frankreich ist naheliegend, recht frankophile Züge an. Neben dem klassischen Auto mit Stufenheck  finden sich auffallend häufig Darstellungen mit dem typischen Fließheck eines französischen Fahrzeugherstellers.</p>
<p>Deutsche Schilder zeigen hingegen häufig die Kontur des Kompaktwagens eines Volkswagenfabrikats&#8230;<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/d-autos.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-557" title="d-autos" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2010/01/d-autos.jpg?w=700&#038;h=2248" alt="" width="700" height="2248" /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/550/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/550/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=550&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sinn und Unsinnlichkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 19:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtung]]></category>

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		<description><![CDATA[Piktogramme erheben keinerlei Anspruch, wie Bilder betrachtet zu werden weil sie ausschließlich funktionale Zeichen sind. Und doch möchte ich dies im Folgenden tun. Anlass sind die Zeichnungen und Überzeichnungen, die den Zeichen, über deren geplante Sachlichkeit hinaus, ganz ungeplant bildhafte und erzählerische Aspekte verleihen. Eine Aussage in ein Zeichen zu übersetzen bedeutet, (wohl unter Berücksichtigung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=488&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-486" title="sinnundsinnlichkeit" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/sinnundsinnlichkeit.jpg?w=700&#038;h=204" alt="sinnundsinnlichkeit" width="700" height="204" /></strong></p>
<p><strong>Piktogramme erheben keinerlei Anspruch, wie Bilder betrachtet zu werden weil sie ausschließlich funktionale Zeichen sind. Und doch möchte ich dies im Folgenden tun. Anlass sind die Zeichnungen und Überzeichnungen, die den Zeichen, über deren geplante Sachlichkeit hinaus, ganz ungeplant bildhafte und erzählerische Aspekte verleihen.<span id="more-488"></span></strong></p>
<p><strong>Eine Aussage in ein Zeichen zu übersetzen bedeutet, (wohl unter Berücksichtigung einer womöglich bereits konventionalisierten Symbolik) eine Form zu finden und so auszugestalten, dass sie geeignet ist, von allen Menschen gleich empfangen werden zu können. Die gefundene Form wird stets Zeugnis ihrer Entstehungszeit sein und über ihre Zeit hinweg sprechen, denn alle gestalterischen Ausdrucksmittel sind archaisch in uns verankert und kulturell bis zu uns weitergetragen. Die dogmatische Reduktion mancher heutigen Piktogrammdarstellungen, die schablonenhafte Erscheinung reicht zuweilen </strong><strong>jedoch </strong><strong>kaum aus, um überhaupt noch, weder gestern noch heute oder übermorgen, als (Mensch-)Darstellung verstanden werden zu können.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/mensch2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-518" title="Mensch" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/mensch2.jpg?w=700&#038;h=500" alt="" width="700" height="500" /></a></strong></p>
<p><strong>Menschliche Kommuniaktion beinhaltet aber nicht nur technische Ausdrucksformen und formalistische Versachlichungen. Erst erzählerische Tiefe, bildhafte Formulierungen und mitreißende Ausdruckskraft machen unsere Kommunikation zum Genuss menschlichen Austausches. Piktogramme entstammen jedoch grafischen Systemen, die ihrer ganz eigenen  technokratischen Logik folgend Formen entwickeln. Jedes überflüssige Merkmal, jeder noch so kleine Schnörkel wird dabei vermieden, um dem syntaktischen und damit dem Anspruch einer semantisch präzisen Korrespondenz genügen zu können.<br />
Und genau deshalb </strong><strong>sprechen </strong><strong>Piktogramme in der Regel ausdruckslos und unpersönlich. Die Figuren wirken selten menschlich und begegnen uns als seelenlose, in ein Raster gepresste und vorzugsweise auf die Grundformen Dreieck, Kreis und Quadrat zurückgeführte Übertreibungen. Nach Andreas Stötzner verhungern diese Zeichen am Mangel an Erzählfreude und erfrieren vor lauter Geometrie: <em>”…so kann nicht genug betont werden, dass das “Grundformendogma” nichts als barer Unsinn ist. Jegliches Ding nur nach den Stanzformen der Zeichenschablonen bilden zu wollen, entspricht einer schematischen Denkweise, die der Wirklichkeit mit mechanisierter Voreingenommenheit zu begegnen sucht. Das Ergebnis ist eine immense Population von Siebzigerjahre-Männchen, die alle nur aus begradigten Bockwürstchen zu bestehen scheinen.”</em> (1)<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/wien-hund1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-517" title="wien hund" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/wien-hund1.jpg?w=700&#038;h=254" alt="" width="700" height="254" /></a></strong><strong> </strong></p>
<p><strong>An keinem Ort sind die Frau- und Mannpiktogramme davor sicher, überzeichnet, bemalt, beklebt, zerkratzt – verändert zu werden. Und es ist erst das anonyme und laienhafte Eingreifen, das die leblosen Zeichen erfahren müssen, um eine einigermaßen sinnliche und erzählende Ausstrahlung zu gewinnen. Ob konstruktiv oder destruktiv gemeint, die grafittihaften Einschreibungen bringen letztendlich und im wahrsten Sinne des Wortes “neue&#8220; und konnotative Zeichen hervor.</strong></p>
<p><strong>Die übertriebene Geometrie der Formsprache von Piktogrammen scheint geradezu zu provozieren, Schwung  in diese technoide Zeichensprache zu bringen. Die drastische Reduktion einer Piktogrammform, die noch dazu einen Menschen darstellen will, wird gewöhnlich als zu fragmenthaft empfunden. Sie fordert geradezu eine Interpretation, aber noch vielmehr die konkrete Ausformulierung und Ausschmückung heraus. Die Schablonenhaftigkeit und die menschliche Figürlichkeit eines Zeichens stimulieren den Wunsch, etwas hinzuzufügen. Es ist also kein Wunder, wenn manche Interventionen das Menschzeichen zu einem “menschelnden”, sympathischen und nicht nur signalhaften, sondern auch emotional nachvollziehbaren Zeichen machen will. Wir ( Benutzer) wollen uns (wieder-)erkennen, damit wir uns identifizieren können. Und mit Menschdarstellungen kennt sich jeder aus, auch der, der kein Gestalter ist.</strong></p>
<p><strong>Aber auch die Zeit macht die Ordnung des Piktogrammsystems zunichte, lässt es zur Theorie werden und lässt neue Zeichen wachsen. Die gestaltende Rolle spielen Witterung aber auch Materialermüdung oder -abnutzung nämlich dann, wenn sich die Zeichen vom Untergrund lösen oder wenn sich ihr Trägermaterial auflöst und zerfällt. Wie jede beabsichtigte Be- und Überarbeitung, Entfernung, Umformung untergräbt die Zufälligkeit des Verschleiß die konzeptionelle Gestaltung des ursprünglich auf Neutralität getrimmten Zeichens. Die ehedem konnotationsfreie Silhouette ist im Laufe der Zeit Einflüssen ausgesetzt, die durchaus dazu beitragen können, die Menschdarstellung als Darstellung einer Person erscheinen zu lassen und als bildhafte Darstellung eines bestimmten Individuums mit Geschichte lesbar zu machen.</strong></p>
<p><strong>Alle diese Manipulationen zeigen, dass kleine Anzeichen von Lebendigkeit und Sympathie zwar die semantische Sachlichkeit eines Piktogramms beeinträchtigen, ohne dass dies jedoch irgendeine Behinderung für dessen zweifelsfreie Deutung darstellen würde. Die äußeren Einwirkungen, der willkürliche oder zufällige Eingriff in die Systematik des Piktogramms, die gaffitihafte oder witterungsbedingte Verwandlung der Zeichenform geben dementsprechend einen ersten primitiven Hinweis auf die Funktionsfähigkeit eines Zeichens – trotz Missachtung eines Gestaltungsraster und trotz Zustandekommens einer womöglich bildhaften Aussage.</strong></p>
<p><strong>Ich möchte die Erscheinungsformen manipulierter Piktogramme unterscheiden:</strong></p>
<p><strong>Reklamation<br />
Der menschliche Wahrnehmungsprozess beinhaltet die Tendenz zur »guten Gestalt« und »Vervollständigung«. Nicht vorhandene Teile einer Gestalt werden, auf Grund erinnerter und erfahrener Figuren, im Verlauf des Wahrnehmungsprozesses ergänzt. Das menschliche Wahrnehmungssystem sucht dabei ständig nach Zusammenhängen und größtmöglicher Deutlichkeit, Einprägsamkeit und Einfachheit.<br />
Intuitiv neigen wir also dazu, in jeder Abstraktion etwas Vertrautes, Menschliches zu suchen und tatsächlich auch zu erkennen. Entsprechend sind wir in der Lage, anhand noch so rudimentärer Überreste piktografischer Menschdarstellung Figürlichkeit zu assoziieren. Nicht selten reichen die rein zufällig erhalten gebliebenen Zeichenfragmente absolut aus, um in ihrer neu gewonnenen Zeichenhaftigkeit nicht nur eine Figur zu erkennen, sondern sogar die Unterscheidung der Geschlechter auszumachen.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/reklamation.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-519" title="reklamation" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/reklamation.jpg?w=700&#038;h=1255" alt="" width="700" height="1255" /></a></strong></p>
<p><strong>Amputationen<br />
Primitive und als illustrative Mittel wahrnehmbare Manipulationen von Piktogrammen finden immer dort statt, wo Zerkratzen oder Entfernen den Verlust ganzer oder kleiner (Körper-)Teile der Zeichenfigur bedeutet. Die Fehlstellen können wie absichtlich angewandte, grafische Gestaltmittel wirken. Sie geben dem Zeichen einen lebendigen Ausdruck, der durch die Identifikation mit dem grafischen Menschabbild, geleitet ist. Die Entfernung von Gestaltteilen kann, in Vorstellung an eine reale Person, so verstanden werden, dass sie durchaus als Verletzung – nicht des Zeichens– sondern eines Menschen, wahrgenommen werden kann. Im Denken an eine reale Person kann die Entfernung von Gestaltteilen des Bildzeichens freilich sogar beunruhigend wirken, weil sie als Verletzung der dargestellten Person interpretiert werden kann. <a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/amputationen1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-520" title="amputationen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/amputationen1.jpg?w=700&#038;h=3267" alt="" width="700" height="3267" /></a></strong></p>
<p><strong>Operationen<br />
Korrekturen, die im Sinne des Piktogramms „falsch“ ausgeführt sind, Reparaturen, die in mangelnder Kenntnis der grafischen Konstruktion vorgenommen werden bringen, wenn auch unbeabsichtigt aber gut gemeint, immer neue Zeichen hervor. Auch diese Erscheinungen erzählen zuweilen mehr, als es die Informationspflicht ihrer Menschdarstellung abverlangen würde.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/operation.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-521" title="operation" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/operation.jpg?w=700&#038;h=2749" alt="" width="700" height="2749" /></a></strong></p>
<p><strong>Imitationen<br />
Die Zeichengestaltung ohne Gestaltererfahrung und ohne konkrete formale Vorstellung, oder die Nachahmung aus der reinen Erinnerung an bekannte Zeichen sind Garanten für den (oftmals schmunzeln machenden) absoluten gestalterischen Bruch mit dem Original und für den Erfindungsreichtum immer anderer und individuellerer Bildzeichen. Die zweifellose Laienhaftigkeit des darstellerischen Tuns birgt gelegentlich eine überraschend eigenwillige, wenn auch zufällige darstellerische Qualität, die diesen Zeichen eine zweifellos unverwechselbare Besonderheit verschafft.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/imitation.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-522" title="imitation" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/imitation.jpg?w=700&#038;h=6245" alt="" width="700" height="6245" /></a></strong></p>
<p><strong>Sexualisierung<br />
Nach Martin Schuster (2) kann die Direktheit eines Zeichen, als Schlüsselreiz, Handlungsbereitschaft aktivieren, so wie Bilder, Zeichen und Symbole generell als Reize anzusehen sind, die bestimmte reflektorische Reaktionen beim Betrachter hervorrufen können. Es können instinktive Bereitschaftten ausgelöst werden, ohne dass bewusste Prozesse beteiligt wären. Besonders die seelenlosen Menschzeichen bieten eine willkommene Plattform für das Bedürfnis, sich mitzuteilen und seiner eigenen Individualität Ausdruck zu verleihen, um damit wiederum dem Menschzeichen zu Einzigartigkeit zu verhelfen. Die (sexuellen) Überzeichnungen werden vorzugsweise in unbeobachteten Situationen oder in der Einsamkeit eines Ortes realisiert und man kann ohne weiteres annehmen, dass hierbei die assoziative Inspiration durch das Umfeld (im Besonderen des Toilettenraumes) wirksam wird.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/sex.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-523" title="sex" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/sex.jpg?w=700&#038;h=1755" alt="" width="700" height="1755" /></a></strong></p>
<p><strong>Emotionalisierung<br />
Gerade das lapidare Setzen von „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ verleiht den versachlichten Figurendarstellungen Individualität und eine identifikationsstiftende Ausstrahlung. Das lächelnde Zeichen wird zum lächelnden Persönchen. Und der Betrachter lacht mit: Auch die einfachsten stilisierten Gesichter enthalten das Minimum an Information, was notwenig ist, um Gefühle zu erkennen. „Freude wird als sehr erwünschte Emotion identifiziert. Gemeinsam mit der Emotion des Interesses garantiert sie, dass Menschen als soziale Wesen agieren. Das Lächeln eines Menschen löst auch auf dem Gesicht eines anderen ein Lächeln aus…..“ (3) Zweifellos ergeht es dem Betrachter bei Darstellungen negativer Emotionen ebenso. Leidet die Zeichenfigur, oder ist aggressiv, fühlt der Betrachter die Regung intuitiv nach.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/emotionen6.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-524" title="emotionen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/emotionen6.jpg?w=700&#038;h=2512" alt="" width="700" height="2512" /></a></strong></p>
<p><strong><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/amputationen.jpg">Additionen<br />
Eine ähnliche Emotionalisierung erfahren die Zeichen, die mit Überklebungen versehen werden. Vorgefertigte Sticker und Etiketten lassen sich äußerst spontan, effektiv und nahezu unbemerkt –  quasi im Vorbeigehen – anbringen. Das Piktogramm wird jetzt zum Träger einer Botschaft, die mit seinem eigentlichen Informationsauftrag kaum mehr etwas zu tun hat. Der Aufkleber beschert dem Zeichen eine unplanmäßig Nebenbedeutung, denn nun kommuniziert es mit bildhaften Zutaten und hat eine assoziativ erzählbare Aussage aufgedrückt bekommen. Das Piktogramm ist zu einem interpretierbaren Bild geworden.</a><a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/uberklebung.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-525" title="überklebung" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/uberklebung.jpg?w=700&#038;h=1994" alt="" width="700" height="1994" /></a></strong></p>
<p><strong>Kommunikation<br />
Als soziale Wesen erscheinen uns die Menschzeichen, deren Gestaltteile ummontiert wurden, oder deren Form mit neuen Elementen versehen wurden. Das verleiht den Darstellungen eine (gestisch) artikulierende Erscheinung: Sie appellieren, rufen und winken uns scheinbar zu und machen es auf ihre eigene spezielle Weise dem Betrachter leicht, sich mit der Zeichenfigur zu identifizieren.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kommunikation.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-526" title="kommunikation" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kommunikation.jpg?w=700&#038;h=241" alt="" width="700" height="241" /></a></strong></p>
<p><strong>Emanzipation<br />
Das Geschlecht der Zeichenfiguren inspiriert dazu, freilich klischeehafte und übertriebene geschlechtsspezifische Attribute zu ergänzen und zu verstärken. So werden Manndarstellungen bevorzugt zu Piraten, Zeichen für Frau werden mit Frisur- Zäpfchen und Schleifchen verniedlicht. Aber auch die Kleidung wird komplettiert, sie bekommt Farbe und Muster. Zierde, die die Sachlichkeit des Piktogramms konterkariert.<a href="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/emanzipation.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-527" title="emanzipation" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/emanzipation.jpg?w=700&#038;h=2485" alt="" width="700" height="2485" /></a></strong></p>
<p>(1) Signa seite 34/35<br />
(2) Martin Schuster, Wodurch Bilder wirken: Psychologie der Kunst, Köln, 2007.<br />
(3)vergl. Seite 149, Terry Landau, Von Angesicht zu Angesicht, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin, Oxford, 1993.</p>
<p><strong>Aktualisiert am 8.12.2009</strong></p>
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		<title>Von Neurath bis ISO und DIN</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 19:42:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ursprung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Systematisierung einer grafischen und bildhaften Sprache, die global und sprachunabhängig verstanden werden kann hat Tradition. Die Entwicklung von piktogrammhafter Bildsprache ist unmittelbar mit dem 1882 geborenen Wiener Sozialphilosophen Otto Neurath verbunden. Er gilt als Vater des Piktogramms, so wie es heute verstanden wird. Neurath will Wissen demokratisieren und Bildsprache eine pädagogische Funktion zuordnen, um [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=393&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-394" title="neurath" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/neurath.jpg?w=700&#038;h=204" alt="neurath" width="700" height="204" /><strong></strong></p>
<p><strong>Die Systematisierung einer grafischen und bildhaften Sprache, die global und sprachunabhängig verstanden werden kann hat Tradition. Die Entwicklung von piktogrammhafter Bildsprache ist unmittelbar mit dem 1882 geborenen Wiener Sozialphilosophen Otto Neurath verbunden. Er gilt als Vater des Piktogramms, so wie es heute verstanden wird. Neurath will Wissen demokratisieren und Bildsprache eine pädagogische Funktion zuordnen, um Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung als Wissen in die Praxis kommunizieren zu können. </strong><strong><span id="more-393"></span></strong></p>
<p><strong>Die Adressaten sind nicht das Bildungsbürgertum, sondern das Arbeiterproletariat. Frank Hartmann beschreibt: „<em>Das sozialreformerische Anliegen Otto Neuraths war es, hier neue Mittel und Wege der Erkenntnisgewinnung zu schaffen: Durch den Einsatz von Bildern und Zeichen, die intuitiv verstanden werden können, entsprechende Reflexionsprozesse in Gang setzen und damit die Basis für politische Umgestaltung schaffen</em>.“ (1)<br />
Mit seinem ISOTYPE, dem »International System of Typographic Picture Education« genannten Bildsystem machte er tatsächlich wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich. Bis in letzter Konsequenz ließ sich seine Idee allerdings nicht durchsetzen, denn je mehr die Darstellungen detaillierte Zusammenhänge veranschaulichen sollten, umso mehr verlangte das ISOTYPE denn doch, wie Vokabeln gelernt zu werden.</strong></p>
<p><strong>Neurath erkannte, als er sein ISOTYPE, das »International System of Typographic Picture Education« entwickelte, dass Bildsprache Hintergrundwissen verlangt: „<em>Der erste Schritt von den wissenschaftlichen Sätzen zu den Bildern hat einen Namen: “Transformation“. Für Transformieren und für Zeichen &#8211; das Schreiben der Bildersprache &#8211; ist es notwendig, nicht nur die Regeln zu kennen, sondern in ihrem Gebrauch geübt zu sein.“ „Die ISOTYPE Bildersprache ist nicht Zeichen für Zeichen einer Wortsprache zugeordnet. Sie ist eine Sprache, die auf sehr verschiedene Weise in Worten ausgedrückt werden kann. Die Einheiten der Bildersprache haben in verschiedenen Stellungen verschiedene Bedeutungen&#8230;Wie Worte werden auch Zeichen immer wieder verwendet, und ganz andere Aussagen damit gemacht&#8230;.Die Anwendung einer Bildersprache ist aber viel begrenzter als die von normalen Sprachen. Die Bildersprache eignet sich nicht, um Ansichten auszutauschen, um Gefühle und Befehle auszudrücken. Sie ist aber keine Konkurrenz zur normalen Sprache; vielmehr ist sie eine Hilfe innerhalb enger Grenzen.&#8220;</em></strong></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-397" title="mausefalle" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/mausefalle.jpg?w=700&#038;h=186" alt="mausefalle" width="700" height="186" /><br />
</em></p>
<p><em>Mit allen Aspekten ihres praktischen Nutzens zeigt sich die Bildsprache besonders deutlich am Beispiel der Bedienungs- bzw. Gebrauchsanweisungen. Seit kompliziertere technische Gerätschaften in täglichen Gebrauch genommen werden, setzen wir uns mit bildlichen Gebrauchsanweisungen auseinander. Komplexe Informationsinhalte können visuell klar nachvollziehbar strukturiert und als Handlungsanweisung bildlich in aller Deutlichkeit veranschaulicht werden. Nicht jedermann verständliche Fachtermini können weitestgehend vermieden und komplexe Zusammenhänge bildlich demonstriert werden. Die Verständigung wird vergleichsweise unkompliziert, denn der gedankliche Transformationsprozess des Benutzers wird um die Leistung des sich Vorstellens erleichtert. Dieser Umstand ist nicht nur für den Benutzer von Vorteil, auch die Gerätehersteller sind auf unkomplizierte Verständlichkeit bedacht. Gesetzliche Verpflichtungen zwingen ihn, eindeutige und für jedermann begreifliche Gebrauchsanleitungen beizulegen, denn er wird für Fehler und Schäden, die auf Grund unzureichender Information über Sicherheit, Zusammenbau und Handhabung entstandenen sind, haften müssen.(2)</em></p>
<p><strong>Aber Neuraths Idee wurde aufgegriffen und in anderen Zusammenhängen weiterentwickelt.</strong></p>
<p><strong>Bildsprache hat sich zu einem ernst zu nehmenden, sozialen und demokratischen Kulturgut entwickelt. Sie ist einem maximalen Anteil aller Menschen zugänglich und kann sich auch den Sprach- und Schreibunkundigen vermitteln. Dabei kommt es der Akzeptanz und der Verständlichkeit zu Gute, wenn nationale Charakteristika bei den Bildumsetzungen und Zeichenanwendungen berücksichtigt werden. Nicht nur die nationaltypische Bekleidung der Figurdarstellungen erleichtert den Zugang. Die regional- und nationalindividuelle Prägung der Zeichen zeigt sich im Ausdruck einer spezifischen Ästhetik und Formsprache und bewirkt, bei aller internationalen Verständlichkeit nicht nur individuellen Ausdruck, sondern vielmehr nationale Identifikation.</strong><img class="alignleft size-full wp-image-403" title="indien" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/indien1.jpg?w=700&#038;h=181" alt="indien" width="700" height="181" /></p>
<p><em>Sechs, des 21 Symbole umfassenden indisches Zeichensystems für die Orientierung in Krankenhäuser. Entworfen auf Basis des »Standard Isotype Systems« von Ravi Pooahaiah, Industrial Design Centre des Indian Institute of Technology. In Indien besteht nicht nur das Problem des hohen Analphabetentums, sondern gleichzeitig der Sprachvielfalt. Es werden 14 Hauptsprachen und 1600 Dialekte gesprochen. Gesellschaftliche und religiöse Konventionen machen es zudem notwenig, ganz besonders den Status von Geschlecht, Kaste und Religionen zu berücksichtigen. (www. idc.iitb.ac.in)</em></p>
<p><strong>Mit dem Anspruch einer kultur- und bildungsunabhäng funktionierender Verständigung über Bildzeichen stellt sich zwangsläufig die Forderung nach internationaler Festlegung und Vereinheitlichung der Bedeutung von Symbolen und Zeichen und Signalen. Denn bis dato wird mehr oder weniger willkürlich der Forderung einer deutlichen Aussage entsprochen, die ein Bildzeichen wirksam und inhaltlich richtig kommunizieren lässt. Das 1949 von den Vereinten Nationen initiierte Genfer Protokoll beschließt die internationale Vereinheitlichung von Straßenverkehrzzeichen. Die Nationen einigen sich auf ein einheitliches System und ergänzen das bereits seit 1909 existierenden Zeichenbestand um mittlerweile notwendig gewordene neue Signale. Tatsächlich bilden diese Zeichen und Signale die ersten grafischen Symbole, die auf Grund einer Vereinbarung international genutzt werden 1963 wird in London das »Council of Grafic Design Association« (ICOGRADA) gegründet, um das internationale Vorhaben zur Vereinheitlichung von Bildzeichen zu fördern. Der »Symbol Plan« der Vereinten Nationen beginnt 1964 mit dem Aufruf zum internationalen und verbindlichen Gebrauch von 7 ausformulierten Bildzeichen, darunter »Männertoilette«, »Frauentoilette«, und »Toiletten«.</strong></p>
<p><strong>Besonders relevant ist die internationale Verständigung für Großveranstaltungen und Schnittpunkte internationaler Verkehrwege. Die Olympischen Spiele sind denn auch der Anlass für das erste strukturierte Bildzeichensystem und einer noch immer gültigen Piktogrammauffassung. Das Piktogrammsystem wird 1964 Tokio vorgestellt. Der Frage folgend, wie ein Publikum unterschiedlichster Kulturen, unterschiedlichsten Alters, Erfahrungen und Interessen mit einfachsten Mitteln informiert werden kann, entwickeln Masaru Katzumie und Mitarbeit von Yoshiro Yamashita ein zeichenhaftes und geometrisches Körperalphabet zur Darstellung aller Sportarten und 39 allgemeiner Informationszeichen. Zum ersten Mal werden nur wenige, aber definierte grafische Elemente genutzt und so kombiniert und arrangiert, dass eine große Anzahl von Bedeutungen und Objektbeschreibungen übersetzt werden kann. (3)</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-399" title="tokyo1964" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/tokyo1964.jpg?w=700&#038;h=181" alt="tokyo1964" width="700" height="181" /></p>
<p><em>Olympische Spiele in Tokyo, 1964</em></p>
<p><strong>1967 wird Otl Aicher vom Organisationskommitee beauftragt, das visuelle Erscheinungsbild der XX Olympischen Sommerspiele 1972 in München zu gestalten. Aicher entwickelt seine konsequenten syntaktischen Piktogramme. Er perfektioniert die geometrische Formgebung der Zeichen mit Hilfe eines formalistisch strukturierten Rastersystems und erklärt das System zum Prinzip der Piktogrammgestaltung. Das Raster definiert die Mikroelemente und vereinheitlicht deren Kombinationsmöglichkeiten. Die Darstellungsgrößen sind in ihren Verbindungsprinzipien und Proportionen durch das zugrundeliegenden Raster bestimmt. Im Raster lassen sich die Bewegungsformen kennzeichnen, so dass die Mikroelemente, wie Beine und Arme in ihren Stellungen immer gleiche Winkelmaße erhalten. Typisch für seine Menschdarstellungen ist, dass Arme und Beine aus paralellen Linien bestehen, während der Kopf frei schwebt.</strong><img class="alignleft size-full wp-image-400" title="münchen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/munchen.jpg?w=700&#038;h=181" alt="münchen" width="700" height="181" /></p>
<p><em>Olympische Spiele in München, 1972</em></p>
<p><strong>Das »American Institute of Grafic Art« (AIGA) lässt in Zusammenarbeit mit dem U.S.Department of Transportation international anerkannte Zeichen entwickeln, die den Anforderungen von Lesbarkeit in den unterschiedlichsten globalen Kulturen, Alterstufen, aber auch Distanz und Entfernung zum Schild genüge tun. Seit 1970 sind die von der AIGA entwickelten Zeichen die weltweit meist eingesetzten Zeichen. (4)</strong><img class="alignleft size-full wp-image-401" title="aiga" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/aiga.jpg?w=700&#038;h=181" alt="aiga" width="700" height="181" /></p>
<p><em>American Institute of Grafic Art (AIGA). Dieses Zeichen ist wohl das geläufigste der Welt. Es wurde für das amerikanische »Department of Transportation« konzipiert und 1970 umgesetzt: Alle Linien haben die gleiche Stärke, die Ecken sind abgerundet. Das macht das Zeichen lesbar wie Buchstaben.<br />
Im Unterschied zu den Piktogrammen Otl Aichers unterliegen es keinem urheberrechtlichen Schutz und kann im Internet kostenfrei heruntergeladen werden. Es steht also jedermann weltweit zur Verfügung.</em></p>
<p><strong>Aus der allgemeinen Vereinbarung über die grafischen Symbole werden schließlich Normen festgelegt. Es werden Normenkataloge für die formale Gestalt von Bildzeichen und Piktogrammen erstellt. Zahlreiche Normierungsausschüsse legen die Kriterien fest, die ein optimal benutzbares Zeichen beeinhalten sollte.(5) <img class="alignleft size-full wp-image-440" title="testfahrstühle" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/testfahrstuhle.jpg?w=700&#038;h=181" alt="testfahrstühle" width="700" height="181" /></strong></p>
<p><em>Piktogramme im Vergleich. Von links: Iso 7001, ICOGRADA (International Council of Graphic Design Association), Otl Aicher, ADCA (Australien Department of Civil Aviation). Sie wurden in der ISO Testserie 1979/80 (Easterby und Gordon, 1981) für fast ungeeignet erachtet.<br />
Das Kriterium der Abgrenzung zu den konventionellen Zeichen für Toilette ist bei den rechteren 4 Piktogrammen nicht erfüllt, da keine Unterscheidungsmerkmale der Frau-/Manndarstellungen zu denen der Toilettenbezeichnung vorhanden ist. Aber auch die zu großen Pfeile sollen zu Verwechselung mit den Richtungsweisern anderer Zeichen verwechselt werden können. Das Zeichen ganz rechts erschien den Juroren zu abstrakt. Der Normausschuss sprach daher die Empfehlung aus, das Piktogramm Nr. 021 in ISO 7001 zu entwickeln. “Bereits die Haltung der abgebildeten Person unterscheidet sich klar von jenem Zeichen für Toilette. In Verbindung mit der Darstellung von Druckknöpfen in vertikaler Anordnung werden die Assoziationen mit Fahrstuhl verstärkt. Die verwendete Pfeilgröße und Anordnung deutet die Bewegungsrichtung des Fahrstuhles an, ohne als Wegweisung missverstanden zu werden.” (6)</em></p>
<p><strong>Der Internationale Normausschusses (»International Organisation for Standardisation« mit seinen Hauptsitz in Genf) ISO, führt weltweit Testserien durch, die eine wissenschaftliche fundierte Kriterien bei der Beurteilung für sich in Anspruch nehmen und unter der maximalen Berücksichtigung von semiotischen und wahrnehmungsspychologischen Erkenntnissen nach einem optimalen Ausdruck in den Zeichen sucht. ( www.iso.org) Sie überwacht die Norm ISO 7001, die normierten “grafischen Symbole zur Information der Öffentlichkeit”. In der Norm ISO 9186 sind Verfahrensweisen und Kriterien zur Einschätzung und Überprüfung der Verständlichkeit von Piktogrammen festgelegt. Hat ein Zeichen im Vergleich zu anderen internationalen Zeichen mit dem selben semantischem Inhalt, aber anderer darstellerischen Ausformulierung, Bestand, muss es sich einem speziellen psychologisch, kognitiven Testverfahren zur Überprüfung seiner Verständlichkeit unterstellen, bis schließlich die Normierung bei dem zuständigen ISO Ausschuss beantragt werden kann.(7)<br />
In Deutschland erarbeitet das DIN (Deutsches Institut für Normung e. V.) die Normung von Bildzeichen. Das Ziel der Normung im DIN ist es, weltweit einheitliche Normen zu erarbeiten. (8)(www.din.de)</strong></p>
<p><strong>Die in den 70er Jahren entwickelten und standardisierten Bildzeichen haben sich international etabliert, sie sind gelernt und werden, ohne hinterfragt zu werden, benutzt. Gängige Zeichen unterscheiden sich nur noch in ihrer formalen Ausprägung und den syntaktischen Anforderungen des jeweils eigenen Piktogrammsystems.</strong></p>
<p><strong>Ständig werden neue Zeichen entwickelt, um neuen Ansprüchen zu genügen, das Piktogrammsystem Otl Aichers, 1974 umfasste es noch 34 Piktogramme, wurde von ERCO (www.piktogramm.com) auf mittlerweile auf 987 Zeichen aufgestockt.</strong></p>
<h6>(1) Frank Hartmann, Erwin K. Bauer,“<strong>Bildersprache</strong>“,Otto Neurath Visualisierungen, WUV Universitätsverlag, Wien, 2002, Seite 24.<br />
(2) Jona Piehl, <strong>Gebrauchsanleitungen optimal gestalten</strong>, über sinnvolle und verständliche Gestaltung, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, 2002.Seite 58<br />
(3), (4) Ellen Lupton und Abbott Miller, <strong>Design Writing Research</strong>, Writing on Graphic Design, London1996</h6>
<h6>(5) www.get2testing.com</h6>
<h6>(6) <em>Ch. Brugger Verständlichkeitstest ON 2000. Bericht an das österreichische Normungsinstitut, Wien, November 2000, www.get2testing.com</em></h6>
<h6>(7) Christopf Brugger in “<strong>Wegweiser durch japanische Stadien</strong>”, FAZ am 26.05.02<br />
(8) www.din.de</h6>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/393/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=393&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>219 dicke Freunde</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 22:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildarchiv]]></category>

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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/387/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/387/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=387&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Vom praktischen Nutzen der Bilder</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 21:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ursprung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nutzung von Bildsprache als Kommunikationsform und Informationsträger hat sich in allen Bereichen unseres Lebens gegen die Verbal- und Schriftinformation, und das mit zunehmender Tendenz, etabliert. Galt Adrian Frutigers Sorge 1978 noch allein dem Umstand, dass das geschriebene Wort als Informationstafel in seiner linearen Erscheinung zu große Schilder in Anspruch nehmen würde (1), so spricht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=374&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-375" title="zeichen, bilder, kommunikation" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/zeichen-bilder-kommunikation.jpg?w=700&#038;h=204" alt="zeichen, bilder, kommunikation" width="700" height="204" /><strong>Die Nutzung von Bildsprache als Kommunikationsform und Informationsträger hat sich in allen Bereichen unseres Lebens gegen die Verbal- und Schriftinformation, und das mit zunehmender Tendenz, etabliert. Galt Adrian Frutigers Sorge <span id="more-374"></span>1978 noch allein dem Umstand, dass das geschriebene Wort als Informationstafel in seiner linearen Erscheinung zu große Schilder in Anspruch nehmen würde (1), so spricht die Kommunikationswissenschaft heute vom postmodernen “Iconic Turn”, der Rückkehr zur bildhaften Kommunikation. Die eifrige Technologisierung und Globalisierung fordern heute die Erfüllung des Bedarfs an internationaler, kultur- und sprachübergreifender Benutzeroberflächen-, Kommunikations- und Informationssystematisierung. Da die globale Mobilität nicht nur gestiegen, sondern obligatorisch ist, steigt proportional zur Entwicklung die Notwendigkeit von schnellstmöglicher und unkomplizierter Kommunikation. Der Bedarf kann nur durch bildhafte, zeichenhafte Sprache erfüllt werden, denn es gibt ansonsten keine globale und schnellere Sprache. (2)</strong></p>
<p><strong>Schon der frühzeitliche Mensch orientierte sich an den natürlichen Zeichen des Sternenhimmels und artikulierte sich mit Hilfe selbst gemachter Zeichen und Markierungen. Hatten die ersten zeichenhaften Hinterlassenschaften noch vornehmlich bannenden und beschwörenden Charakter ohne konkrete Informationsabsicht, so bewerten wir sie dennoch als erste kommunikative Spuren des Menschen. </strong><img class="alignleft size-full wp-image-378" title="menschdarstellung" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/menschdarstellung.jpg?w=700&#038;h=204" alt="menschdarstellung" width="700" height="204" /></p>
<p><em>Menschendarstellungen gab es im Vergleich zu Tierdarstellungen eher selten. Allerdings gibt es eine Fülle von Bedeutungszeichen, die neben der reinen Jagdmagie die kultische Verehrung weiblicher Fruchtbarkeit auszudrücken scheinen.<br />
Ursymbolische franko- kantabrische Ritzungen mit eindeutig weiblicher und männlicher Ursymbolik.(15.000 bis12.000 v.Chr.)(8)</em></p>
<p><strong>Das Hinterlassen von Zeichen mit kommunikativen Zielen (3) bedeutet den Schritt, von direkter und privater Ansprache, vis á vis, hin zur nonverbalen Kommunikation. Die Zeichen wirken als soziales Instrument, denn Verständigung bedingt nun nicht länger Präsenz, sondern steht einer beliebigen Öffentlichkeit zur Disposition. Von der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht wurde der Weg in die indirekte und einseitige, öffentliche Kommunikation geebnet.</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-379" title="schrift" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/schrift.jpg?w=700&#038;h=204" alt="schrift" width="700" height="204" /></p>
<p><em>Zahlreiche Zeichen und geritzte Menschfiguren weisen zwar eine Ähnlichkeit mit Schriftzeichen auf, verfügen jedoch über keine enstprechende Systematik. Über ihre konkrete Bedeutung herrscht nach wie vor Unklarheit. Rechts: Ritzung aus Alta, Hjemmeluft, Norwegen. Rechts: Symbol aus Kalifornien, USA. 4200- 3600 v. Chr.</em></p>
<p><strong>Aus den ersten Bildzeichen hat sich die Buchstabenschrift systematisiert. Erst die Erfahrung, dass zwar sachbezogene Attribute, nicht jedoch abstrakte Bedeutungen, komplexe Zusammenhänge, Laute, Emotionen, Aktionen und Zeiten bildzeichenhaft übersetzt werden können, führt zu einer Differenzierung der Zeichen. Die Bildzeichen entwickeln sich über Lautsymbole, Wortzeichen und Silbenzeichen letztendlich zur abstrakten  Buchstabenschrift. Piktogramme bilden demnanch die ältesten Verständigungs- und Schriftsysteme. Sie sind weltweit nachweisbar. Ein einziger lokaler Ursprung lässt sich nicht bestimmen. (4)</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-380" title="mannfrau" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/mannfrau.jpg?w=700&#038;h=204" alt="mannfrau" width="700" height="204" /></p>
<p><em>Frau- und Mannzeichen im Vergleich. Die sumerischen Zeichen der Bilderschrift- links- ( um 3500 v.Chr.), verhältnismäßig zeitgleich zu den figürlichen ägyptischen Hieroglyphen -rechts-  (um 3000 v.Chr.) gebraucht, drücken sich inhaltlich weitaus differenzierter aus. Vulva und Penis stehen atributiv für die geschlechtliche Funktionsbeschreibung. (9)</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-381" title="essen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/essen.jpg?w=700&#038;h=204" alt="essen" width="700" height="204" /></p>
<p><em>Das Piktogramm für »essen« der ägyptischen  Hieroglyphen bedienen sich der gestischen Darstellung. Links<br />
Das hethitische Ideogramm (um 2000 v.Chr.) für „sprechen“ &#8211; rechts- stellt sich deutlich abstrakter dar. Als Fortentwicklung der Piktogramme sind die Ideogramme zu nennen. Sie erfassen auch Dinge, die bildlich nicht mehr darszustellen sind, da sie abstrakte Dinge oder konventionell festgelegte Bedeutungen vertreten.</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-382" title="schwanger" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/schwanger.jpg?w=700&#038;h=204" alt="schwanger" width="700" height="204" /><br />
</em></p>
<p><em>Archaische Zeichen der chinesischen Bilderschrift. Von links: Mann, Frau, schwanger. (10)</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-383" title="mixteken" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/mixteken.jpg?w=700&#038;h=204" alt="mixteken" width="700" height="204" /></p>
<p><em>Mixtekische Inschrift (Ausschnitt)(um 1500 bis 1700 v.Chr.) Die Bilder sprechen wie zeitgenössische Comics. Sprechblasen symbolisieren, dass etwas gesagt wird. Oder, wie hier, mit spitzer Zunge ausgesprochen wird. (11)</em></p>
<p><strong>Schrift ersetzt schließlich das Bild als Wissens- und Informationsträger und prägt bis heute die menschliche Fortentwicklung und intellektuelle Entfaltung. Das geschriebene Wort ist die Quelle allen Wissens und die Plattform der Wissenschaft. Text dient der Einsicht und Erkenntnis. Bilder hingegen dienen der Anschauung und sind bis zur Alphabetisierung dem einfachen ungebildeten Menschen vorbehalten. Bilder werden in Tempeln, Kirchen und anderen öffentlichen Plätzen verwendet, um politische und reliöse Botschaften den Lesenunkundigen , die dennoch in der Lage waren, die spezifische Ikonographie zu decodieren, mitzuteilen. Vom Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert werden bebilderte Bibeln genutzt und noch heute lesen Kinder Bilderbücher. Daran ändert auch der Buchdruck nichts Wesentliches. Wissen ist nichts desto trotz an den Buchstaben gebunden. Diese Auffassung gipfelt in den Ideen der Aufklärung des 18.Jahrhunderts. Kant formuliert in seiner „Kritik der Urteilskraft“ den zwingenden Zusammenhang von Schrift und Vernunft. Denn Theorie und Wissenschaft sind einzig an Verschriftlichung gebunden, da ausschließlich Schrift sinnstiftend und erzählerisch Zusammenhänge schaffen kann. Bilder verbannt Kant in ein intellektuelles Abseits. Und tatsächlich zeigt sich seit der Alphabetisierung und der Schulpflicht im neunzehnten Jahrhundert, dass nahezu ausschließlich Schrift/ Text als allgemeines und gültiges Kulturmedium geschult wird. (5)</strong></p>
<p><strong>Bilder und Zeichen haben in ihrer kommunikativen Funktion, neben der phonetischen Schrift, zu jeder Zeit ihre Gültigkeit behalten und sind als solche immer genutzt worden. Heute erreichen sie eine Bedeutung, die weit über ihren unterschätzten kommunikativen Möglichkeiten hinausreicht, denn sie ersetzen in weiten Bereichen erneut die Schrift. Spätestens seit Einzug des Fernsehens hat die Bildinformation die Kultur der Verschriftlichung in ihrer Ausschließlichkeit relativiert.  Bildhafte Informationen prägen in einem solchen und ganz selbstverständlichen Maße unseren Alltag dass Vilém Flusser kommentiert, die Schrift besäße nur noch bildentwerfende und -beschreibende Funktion. Das Alphabet ist zu einem Hilfscode geworden, mit der Absicht, „Bilder zu machen.“ Er beschreibt:”„Am Ausgang aus der Schriftkultur wendet sich das Alphabet in sein Gegenteil. Es wurde von den Bildern ausgesandt, um diese zu überholen, und es kehrt jetzt zu ihnen zurück, um sie wieder herzustellen. Sieht man die Schriftkultur in ihrer Gesamtheit als eine einzige, dreitausend Jahre lang laufende Zeile, so erkennt man sie als eine Schleife, die von den Bildern ausgeht, um zu ihnen zurückzukehren.“(6)<br />
Piktogramme ersetzten nicht nur Schrift, sie wollen selbst Schrift sein, und in signalhafter Kürze äußerst wirksam kommunizieren. Yukio Ota beschreibt:<em>“Pictograms have the possibility of filling the gap between the technical civilization, witch is making rapid progress throughout the world, and the language culture. It can even be said that in drafting the framework for recognition an practice, pictograms work most effectively.“</em>(7)</strong></p>
<h6>(1) Adrian Frutiger, der mensch und seine Zeichen, Schriften, Symbole, Signets, Signale, Paris 1978, 3. Auflage1991,Fourier verlag GmbH, Wiesbaden, Seite 347</h6>
<h6>(2) Michael Evamy „World Without Words“ Laurence King Publishing Ltd, London, 2003.</h6>
<h6>(3) Matthias Götz, das grafische Zeichen, in „Visuelle Kommunikation, ein Design- Handbuch“, Anton Stankowski, Karl Duschek, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 1989</h6>
<h6>(4) David Crystal, Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache, Campus Verlag, Studienausgabe 1995. Nach D.Diringer 1968</h6>
<h6>(5) Frank Hartmann, Erwin K. Bauer,“Bildersprache“,Otto Neurath Visualisierungen, WUV Universitätsverlag, Wien, 2002</h6>
<h6>(6) Vilém Flusser, Die Schrift: hat Schreiben eine Zukunft? 4.Aufl., Göttingen: European Photography, 1992. Seite 134.</h6>
<h6>(7) Yioko Ota, Pictogram Design, Kashiwa Shobo Publishers, Ltd., Tokio 1987</h6>
<h6>(8) nach Harald Braem, Christof Heil, „Die Sprache der Formen“ Die Wurzeln des Design, Seite 22ff, Wirtschaftsverlag Langen Müller/Herbig,München 1990</h6>
<h6>(9) nach Adrian Frutiger, Symbole, Zeichen, Wanderungen, Syndor Press, Cham, Ch, 1997</h6>
<h6>(10) nach Adrian Frutiger, Symbole, Zeichen, Wanderungen, Syndor Press, Cham, Ch, 1997</h6>
<h6>(11) Viola König, „Auf einen Blick“, Comics, Icons, Piktogramme: Die Bildzeichen kann jeder verstehen&#8230;., Die Zeit , 6.Aug.1998</h6>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/374/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/374/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=374&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ich muss mal! – Ein prüdes Zeichen</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 22:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zeig2</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtung]]></category>

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		<description><![CDATA[«It is almost impossible in occidental culture to show a toilet or someone using the toilet. Instead we are presented with the symbolization of a man and a woman.We can deduce that toilets are »human« &#8211; ……And that the best representation of humanity is its act of using toilets – it is the most human [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=285&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-286" title="ichmussmal!" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/ichmussmal.jpg?w=700&#038;h=204" alt="ichmussmal!" width="700" height="204" /></p>
<p><em>«It is almost impossible in occidental culture to show a toilet or someone using the toilet. Instead we are presented with the symbolization of a man and a woman.We can deduce that toilets are »human« &#8211; ……And that the best representation of humanity is its act of using toilets – it is the most human act.« Pippo Leoni<span id="more-285"></span></em></p>
<p><strong>Bildzeichen integrieren figürliche Darstellungen des Menschen normalerweise dann, wenn ihre Bedeutung das Handeln des Betrachters zeigen soll, d.h. wenn sie zeigen, was er machen soll.<br />
Konventionelle Toilettenpiktogramme stellen aber nicht das dar, was Mann und Frau tun. </strong><img class="alignleft size-full wp-image-350" title="kloschüssel" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kloschussel2.jpg?w=700&#038;h=500" alt="kloschüssel" width="700" height="500" /></p>
<p><em>Nur äußerst selten </em><em>weist </em><em>die konkrete Abbildung einer Toilettenschlüssel  den Weg. (Zermatt, Paris &#8222;Cafe da la Gare, Hoorn, Kandersteg)</em></p>
<p><strong>Üblicherweise  verschlüsseln Toilettenschilder ihre Information: Sie sind symbolische Zeichen – Und sie sind prüde Zeichen, denn sie spiegeln den Umgang mit einem Thema, das vorzugsweise nur diskret und nur indirekt ausgesprochen wird. Im Falle des Toilettenschildes haben wir es mit einer ganz außergewöhnlichen Konventionalisierung zu tun. Der Ort und der Akt dessen, der thematisiert werden will, bilden gewiss einen konkreten Sachverhalt, der sich faktisch darstellen ließe. Würde er jedoch in aller Klarheit, ob sprachlich oder bildhaft, artikuliert, würde er Gefahr laufen, als despektierlich empfunden zu werden. Das Symbol Frau-/Manndarstellung verbildlicht eine dezente, zurückhaltende Abstraktion einer zwar menschlichen und dennoch als peinlich empfundenen (Not-)lage.</strong><img class="alignleft size-full wp-image-366" title="warten" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/warten3.jpg?w=700&#038;h=500" alt="warten" width="700" height="500" /></p>
<p><em>Zur Tatenlosigkeit verdammt. Hier heißt es offenbar warten, warten, warten&#8230; (Mainz, Nürnberg, Essen, Neuwied, Münster)<br />
</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-452" title="test klobecken" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/test-klobecken1.jpg?w=700&#038;h=181" alt="test klobecken" width="700" height="181" />Tatsächlich kombinieren schon einige Zeichensysteme der 70er Jahre die Frau-/Manndarstellung mit einem stilisierten Toilettenbecken. Bei ISO Testserien in den Jahren 1979/1980 zur Verständlichkeit von Toilettenzeichen konnten die kombinierten Zeichen (Abb.) mit Abstand am besten erkannt werden. Dennoch konnten sie sich nicht durchsetzen, da sie der Öffentlichkeit zu konkret waren. (1)<br />
</em></p>
<p>Von links: Frau- und Manntoilettenzeichen der ICOGRADA, Frauzeichen von Rudolf Modley und Frau- und Mannzeichen von Gerhard Doerrié</p>
<p><strong>Unbestritten kommt das konventionelle Toilettenzeichen »Frau und Mann« in seiner Erscheinung äußerst profan daher. Die Figuren sind tatenlos. Sie machen nichts, sie stehen da – und sie stehen nur da. Sicher ist, dass das Zeichen in keiner Weise Klartext spricht. Es setzt nicht die Nutzung eines spezifischen Raumes ins Bild, es illustriert keine Verhaltensregel sondern es unterscheidet zunächst einmal lediglich Frau von Mann. Beide geben in Wahrheit keinerlei Hinweis, dem irgendeine Information abzulesen wäre, die Figuren sind völlig aussagelos.</strong></p>
<p><strong>Die Wirksamkeit des Klowegweisers hängt von der Glaubwürdigkeit seiner Geschlechterbeschreibung ab. Deren Eindeutigkeit vermittelt einem Betrachter die Sicherheit, durch die richtige Tür geschickt zu werden, ohne erst hinter sie schauen zu müssen, um sicher zu gehen. Jeder Benutzer vertraut darauf, einen ausschließlich dem eigenen Geschlecht vorbehaltenen Ort vorzufinden, ohne sein Bedürfnis offen artikulieren oder gar offen zu Schau stellen zu müssen.</strong></p>
<p><strong>Formale Sachlichkeit und inhaltliche Diskretion eines seriösen Toilettenschildes berücksichtigen immer die Privatheit des Toilettenraumes und die Intimität der Raumnutzung.</strong></p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-328" title="ohne" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/ohne1.jpg?w=700&#038;h=204" alt="ohne" width="700" height="204" /></strong></p>
<p><em>Ist erst ein Blick hinter die Tür notwendig, kann es für alle Beteilgten peinlich werden. (Siena)</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-332" title="ohne" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/ohne3.jpg?w=700&#038;h=500" alt="ohne" width="700" height="500" /></p>
<p><em>Das Ausschlussverfahren funktioniert dann, wenn auch wirklich nur zwei Türen zur Auswahl stehen&#8230;( Karlsruhe)</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-338" title="verlaufen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/verlaufen1.jpg?w=700&#038;h=500" alt="verlaufen" width="700" height="500" /></em></p>
<p><em>Verlaufen in Edam!</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-333" title="türzu" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/turzu.jpg?w=700&#038;h=204" alt="türzu" width="700" height="204" /></p>
<p><em> E</em><em>xplizit geforderte Diskretion in Straubing und Düsseldorf.</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-340" title="pinkeln und mehr" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/pinkeln-und-mehr1.jpg?w=700&#038;h=500" alt="pinkeln und mehr" width="700" height="500" /></em></p>
<p><em>Der geschlossene Raum kann über seine eigentliche Bestimmung hinaus zu Nutzungen verleiten, die die allgemeine Auffassung von Privatheit im öffentlichen Raum weit überschreiten. (Nationalpark Südafrika, Braunschweig &#8222;Gambit&#8220;, Aachen, Frankfurt &#8222;Hugendubel&#8220;, Düsseldorf, Messe Dortmund)</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-335" title="loch" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/loch.jpg?w=700&#038;h=204" alt="loch" width="700" height="204" /></em></p>
<p><em>Hier scheint Durchblick erwünscht. (Düsseldorf &#8222;Schiff Ahoi&#8220;)</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-336" title="kamera" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kamera.jpg?w=700&#038;h=204" alt="kamera" width="700" height="204" /></em></p>
<p><em>Die angezeigte Kameraüberwachung impliziert, dass hier alles unter Kontrolle ist. Unbeobachtet lässt sich hier nichts machen. Doch wer möchte hier tatsächlich einfach nur die Toilette benutzen? (Speyer)</em></p>
<p><strong>Manches Toilettenzeichen kann mehr oder weniger beabsichtigt und je nach Ausformulierung, die Assoziationen erwecken oder verstärken, die per se von öffentlichen Toiletten ausstrahlen und die weit über eine sachlich beabsichtigte Bedeutung hinausreichen. Es kann Gefühle tangieren, die, als subjektive Reaktion, von durchaus unterschiedlichen Toleranzgrenzwerten bestimmt sind. Es kann Emotionen ansprechen, die eine individuelle Schamgrenze bei weitem überschreiten, und Vorstellungen erwecken, die sich – als Reaktion auf mögliche implizite Schlüsselreize – sexuell  stimulierend auswirken. Die naturbedingte Bedürfnisbefriedigung kann allzu leicht in eine assoziierte Nähe zur Triebbefriedigung rücken, eben zur Sexualbefriedigung.</strong></p>
<p><strong>Die Bedeutung „Toiletten“ repräsentieren daher üblicherweise bekleidete Personen. Tatsächlich konnte ich bislang kaum nackt dargestellten Frau-/Mannzeichen finden.</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-287" title="nackt2" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/nackt2.jpg?w=700&#038;h=500" alt="nackt2" width="700" height="500" /></p>
<p><em>(Köln, Nationalpark Südafrika, Münster, Münster)</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-352" title="nackt1" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/nackt12.jpg?w=700&#038;h=500" alt="nackt1" width="700" height="500" /></em></p>
<p><em>(Berlin, Lanzarot) Wer hat hier bei wem abgeguckt?</em></p>
<p><strong>Dementsprechend werden nur in Ausnahmefällen Frau und Mann nackt und mit eindeutiger Darstellung der primären Geschlechtsmerkmale oder gar durch den geschlechtstypischen Akt des Wasserlassens unterschieden. Und wenn doch geschieht dies entweder in abstrahiert reduzierter, oder aber – im Gegenteil – in derb humoristischer Art und Weise.</strong><em><img class="alignleft size-full wp-image-357" title="symbolsymbolsymbol" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/symbolsymbolsymbol1.jpg?w=700&#038;h=500" alt="symbolsymbolsymbol" width="700" height="500" /></em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-303" title="pinkeln" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/pinkeln.jpg?w=700&#038;h=500" alt="pinkeln" width="700" height="500" /></em><em>(Berlin &#8222;Propeller Island&#8220;, Edam)</em><em> </em></p>
<p><em>(Gent, Grünau, Paris, Koblenz, Gengenbach, Paris<img class="alignleft size-full wp-image-351" title="nixen" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/nixen2.jpg?w=700&#038;h=500" alt="nixen" width="700" height="500" />List auf Sylt, Berlin, Edam)</em></p>
<p><em>(List auf Sylt &#8222;Gosch&#8220;)</em></p>
<p><strong>Üblicher Weise stellt das konventionelle Frau-Mannzeichen aber auch nur erwachsene Personen dar. Dennoch finden sich zahlreiche Darstellungen, die eindeutig kindliche Züge aufweisen. Die besonders exaltierte und aktiv erscheinende Gestik der Figuren lässt den Rückschluss auf Kindliches zu. Weit ausgebreitete Arme suggerieren hingebungsvolle und ahnungslose Offenheit, Schleifchen auf dem Kopf zielen auf Sympathie und emotionale Identifikation mit der Figur.</strong></p>
<p><strong>Bemerkenswert ist hier aber vor allem, dass diesen niedlich anmutenden Bildzeichen das gestattet wird, was den Zeichen, die erwachsene Menschen darstellen, ansonsten verschämt abgesprochen wird – sie dürfen einfach und ungeniert pinkeln! Die Jungs sogar im Stehen!</strong></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-342" title="stehpinkeln" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/stehpinkeln.jpg?w=700&#038;h=247" alt="stehpinkeln" width="700" height="247" /></em></p>
<p><em>(Kirmes Düsseldorf, Osnabrück, Düsseldorf)</em></p>
<p><strong>Als unverblümter Akt kindlicher Unschuld und Direktheit scheint der Darstellung der Handlung die Despektierlichkeit und Brisanz genommen zu sein und darf direkt als Akt der Benutzung gezeigt werden – gerade so, wie wenn Kinder keine Scham besäßen&#8230;</strong></p>
<h6>(1) AP Report 100, Januar 1981, Applied Psychology Department, University of Aston in Birmingham. Leitung R.S. Easterby und I.R. Graydon.)</h6>
<p><em>(Von links nach rechts und von oben nach unten: Kassel, Roermond, Lille, Düsseldorf, Roermond, Straßkirchen, Köln, Keitum, Troisdorf, Köln, Keitum, Troisdorf, Berlin, Aachen, Flensburg, Berlin, Aachen, Flensburg)</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-293" title="KINDER1" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kinder1.jpg?w=700&#038;h=500" alt="KINDER1" width="700" height="500" /><img class="alignleft size-full wp-image-294" title="KINDER2" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kinder2.jpg?w=700&#038;h=500" alt="KINDER2" width="700" height="500" /><img class="alignleft size-full wp-image-295" title="KINDER4" src="http://zeichenzeigen.files.wordpress.com/2009/11/kinder4.jpg?w=700&#038;h=500" alt="KINDER4" width="700" height="500" /></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/zeichenzeigen.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/zeichenzeigen.wordpress.com/285/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=zeichenzeigen.wordpress.com&amp;blog=9847606&amp;post=285&amp;subd=zeichenzeigen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>963 Toilettenschilderbilder</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 15:53:26 +0000</pubDate>
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